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Wir decken den gesamten Bereich der Inneren Medizin ab. Voraussetzung für die richtige Therapie ist eine umfangreiche Diagnostik von endokrinologischen Krankheiten, Leber- und Magen-Darm-Erkrankungen, Erkrankungen des  Atmungstraktes, des Herz-Kreislaufsystems, der Haut, desHarntraktes etc. Veränderungen im Bauchraum können mittels Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie untersucht werden. Eine umfangreiche Endoskopieausstattung ermöglicht Broncho-, Rhino-, Gastro-, Rekto- und Zystoskopien. Unsere Klinik verfügt über ein exzellent ausgestattetes Labor, wo wir mit Hilfe modernster Analysegeräte in der Lage sind, sofort notwendige Laboruntersuchungen durchzuführen.

Unten finden Sie einige Beispiele zu hormonellen Erkrankungen:

Endokrinologie - Lehre von den inneren Sekretionen

Endokrinologische Erkrankungen sind bei unseren Haustieren relativ häufig. Hormone werden von den endokrinen Drüsen abgesondert und fungieren als Botenstoffe im Organismus. Somit kommt es auch bei allen Krankheiten, die das endokrine System betreffen, zu allgemeinen und unterschiedlichen Störungen, von einfachen Hautproblemen bis hin zu Störungen der Herzfunktion.

Prinzipiell kann man zwischen einer Überproduktion von Hormonen ("Hyper....") und einer verminderten Produktion von Hormonen ("Hypo...") unterscheiden.

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse reguliert den Zucker- (= Glukose-) Spiegel im Blut. Mit Hilfe des Insulins, das nach der Mahlzeit von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, kann Glukose über das Blut in die Zellen gelangen, wo es zur Zellfunktion gebraucht wird. Insulinschwäche äußert sich in Form einer chronischen Hyperglykämie, Diabetes mellitus genannt. Im Gegensatz dazu verursacht die Übersekretion des Insulins die sogenannte Hypoglykämie.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Diabetes ist bei Hunden und Katzen ab dem 6. Lebensjahr eine recht häufig auftretende Krankheit und betrifft nicht nur übergewichtige Tiere. Die Ursache kann eine Funktionsstörung der Insulinsekretion sein.

Symptome: Die Symptome sind sehr charakteristisch:

Polyurie (erhöhtes Harnvolumen),

Polydipsie (gesteigertes Durstempfinden),

Polyphagie (vermehrter Hunger) sowie

Gewichtsverlust.

Der Hund- oder die Katze- verlangen fortwährend nach Nahrung und Wasser und verlieren  trotzdem zusehends an Gewicht bzw. magern sogar ab.

Weitere klinisch relevante Veränderungen sind hoch verdächtig für Diabetes:

Rasch auftretender grauer Star (Katarakt) mit nachfolgender Erblindung,

Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfall)

Infektionen (beispielsweise Harnwegsinfektionen wie Zystitis), die entweder nicht heilen oder trotz klassischer Infektionsbehandlung zu Rückfällen führen.

Diagnose: Die Diagnose wird auf der Grundlage des Glucosespiegels im Blut sowie im Urin gestellt.

Therapie: Zu Beginn der Behandlung ist in den meisten Fällen ein Klinikaufenthalt notwendig, weil in den ersten Tagen eine Blutzuckerkurve erstellt wird, um die  passende Insulindosis herauszufinden.

Der Östruszyklus beim weiblichen Tier erschwert die Ausbalancierung des Diabetes erheblich. Daher ist es unbedingt notwendig zuckerkranke Hündinnen zu kastrieren.

Prognose: Die Prognose orientiert sich am Zustand des Tieres zum Zeitpunkt der Diagnose. Bei einem Diabetes ohne Säure-Ketose und konsequenter Therapie ist die Lebenserwartung sehr gut.

Hypoglykämie des erwachsenen Tieres - Insulinom

Es handelt sich hier um das umgekehrte Erscheinungsbild des Diabetes. Die Krankheit ist das Ergebnis einer überhöhten Ausschüttung von Insulin. In 80% der Fälle ist die Ursache ein insulinaktiver Tumor der Bauchspeicheldrüse. Die klinischen Symptome sind spastische Anfälle (epileptiform), meist zwei bis sechs Stunden nach einer Mahlzeit. Zwischen den Anfällen verhält sich der Hund normal oder zeigt auch Müdigkeit bzw. mangelnde Bewegungsfreude. Die Diagnose erfolgt wie beim Diabetes über den Blutzuckerspiegel. Man kann auch die Insulinämie bestimmen. Die Behandlung besteht in der Verabreichung blutzuckersteigernder Medikamente und vor allem in der chirurgischen Entfernung des Tumors. Die Heilungsaussichten sind unsicher, da es sich bei dem Tumor in den meisten Fällen um Krebs handelt, der zum Zeitpunkt der Diagnose häufig schon Metastasen gebildet hat.

Die Schilddrüse

In ihr bilden sich die Schilddrüsenhormone T3 und T4.  Grundsätzlich ist es die Aufgabe der Schilddrüsenhormone, Stoffwechselprozesse anzuregen. Somit spielen sie eine wichtige Rolle im Wärmehaushalt (Wärmeproduktion durch den Organismus zur Erhaltung einer konstanten Temperatur) sowie im Eiweißumsatz. Bei überhöhten Werten führen sie zu Abbaustoffwechsel verbunden mit Verschwendung von Energie.

Hyperthyreose(Schilddrüsenüberfunktion)

Bei Katzen ist sie eine häufig auftretende Alterserkrankung, während sie beim Hund selten vorkommt, in über 90% der Fälle als Folge eines Schilddrüsenkarzinoms (Adenokarzinom).

Symptome: Die wesentlichen klinischen Symptome sind Gewichtsverlust, Unersättlichkeit, begleitet von einer Polyurie-Polydipsie (erhöhtes Harnvolumen, gesteigertes Durstempfinden), Verdauungsstörungen mit Durchfall, Verhaltensstörungen, einem Zustand dauernder Erregung, erhöhte Herzfrequenz sowie speziell eine tastbare Schwellung im Schilddrüsenbereich.

Diagnose: Die Diagnose erfolgt durch Abtasten einer Schwellung im Schilddrüsenbereich, durch Erhebung der Werte des Schilddrüsenhormons (T4), mittels Ultraschallsowie durch eine eventuelle Schilddrüsenszintigraphie.

Therapie: 

Prognose: Die Prognose ist ungewiss, wenn bereits Metastasen vorhanden sind. Die Behandlung beruht in diesem Fall im wesentlichen auf der chirurgischen Entfernung der Thyreoidea mit oder ohne anschließender Chemotherapie.

Hypothyreoidose (Schilddrüsenunterfunktion)

Primäre Form: In >95 % der Fälle liegt beim erwachsenen Hund die primäre Form der Schilddrüsenunterfunktion vor. Als Ursache wird in >50 % der Fälle eine lymphozytäre Thyroiditis (immuologisch bedingt) bzw. eine Atrophie der Schilddrüse angegeben.

Sekundäre Form: Beim älteren Hund können Hypophysentumoren die Ursache sein. Für diese Krankheit besonders anfällige Rassen sind: Golden Retriever, Dobermann, Pinscher, Dackel, Irish Setter, Zwergschnauzer, Deutsche Dogge, Pudel, Boxer und Deutscher Schäferhund.

Sekundäre Hypothyreose des wachsenden Hundes: Kongenitale (angeborene) Unterfunktion der Schilddrüse durch Fehlentwicklung von Hypothalamus / Hypophyse mit mangelnder TSH-Produktion führen zu unproportionalem Zwergenwuchs und Kretinismus.

Symptome: Die Symptome bleiben in den Anfangsphasen oft unbemerkt.

Gewichtszunahme trotz gleichbleibendem Fressverhaltens, Kälteempfindlichkeit (der Hund sucht warme Plätze auf), Hautstörungen in 70% der Fälle (Haarausfall, Trockenheit der Haut, Hyperkeratose, Myxödem, Pyodermatose, trockene oder ölige Seborrhoe), Fortpflanzungsstörungen (Infertilität), Herzstörungen (Bradykardie, i.e. Abfall der Herzfrequenz), neuromuskuläre Störungen und Ermüdbarkeit.

Diagnose: Bestimmung von T4 und fT4, TSH, Thyreoglobulin- AutoAntikörper, ev. TSH-Stimulationstest, Sonographie der Schilddrüse, Szintigraphie

Therapie: Levothyroxin, bei Jodmangel bzw. Jodüberschuss: Nahrungsumstellung

Die Nebennieren

Sie sondern Steroidhormone ab:  die Glukokortikoide. Die Glukokortikoide sind Moleküle, die zahlreiche Funktionen im Organismus übernehmen.  Hier kurz ihre wichtigsten Eigenschaften: Sie wirken stark entzündungshem-mend und antiallergisch; sie erhalten den zentralen Venendruck, vermindern die Schockgefahr, verringern den Verbrauch von peripherer Glukose (Widerstand zum Insulin), wandeln überschüssiges Insulin in Lipide um und sorgen für eine Neuverteilung von Fett. Die Absonderung von Glukokortikoiden wird über das Hypothalamus-Hypophyse-System reguliert: Im Hypothalamus wird ein Hormon mit der Bezeichnung CRH produziert, dieses stimuliert Synthese und Sekretion des Hormons ACTH über die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), welche wiederum die Produktion von Glukokortikoiden durch die Nebennierenrinden anregt. Eine Überstimulierung der Nebennieren durch ACTH kann allerdings zu einer Hypertrophie der Nebennieren führen. Außer den Glukokortikoiden synthetisieren die Nebennieren (Glomerulus-Region) noch ein weiteres Hormon, Aldosteron, das eine wichtige Rolle bei der Nierenfunktion spielt. Das Aldosteron stimuliert die Reabsorbtion des Wassers sowie der Salz- und Kaliumionen über die Niere und trägt so zur Stabilisierung des Wasserhaushalts bei.

Hyperadrenokortizismus- Morbus Cushing

Dieses Syndrom mit vielfältigen klinischen Konsequenzen kommt beim Hund häufig vor. Es handelt sich um eine Reihe von Symptomen, die mit einem Überschuss an endogenen oder exogenen Glukokortikoiden (medikamentösen Ursprungs) zusammenhängen.

Man unterscheidet:

Im Allgemeinen lässt sich das Cushing-Syndrom bei Hunden ab dem 7. Jahr beobachten sowie bei bestimmten Rassen, vor allem Pudel, Dackel und Boxer. Die klinischen Symptome treten in progressiver Form auf und ergeben bei Häufung ein vielfältiges klinisches Krankheitsbild:

Die Behandlung hängt von der Ursachendiagnose ab und ist:

Die Prognosen sind unterschiedlich und die Lebenserwartung kann wenige Tage bis sieben Jahre betragen (im Durchschnitt 2 Jahre). Rückfälle sind häufig und man muss sich darauf einstellen, dass der Hund bis zu seinem Lebensende in Behandlung bleibt.

Hypoadrenokortizismus (Nebennierenrindeninsuffizienz)

Der Hypoadrenokortizismus oder auch Addison-Krankheit ist das Ergebnis eines Defizits von Mineralkortikoiden und Glukokortikoiden, das eine Zerstörung der Nebennierendrüsen (primärer Hypoadrenokortizismus) verursacht bzw. eine mangelhafte Stimulation durch das ACTH (sekundärer Hypoadrenokortizismus). Diese Krankheit kann spontan auftreten (etwa durch einen Tumor) oder iatrogen (infolge Dauermedikation mit Kortikoiden bzw. o.p.-DDD).

Symptome: Die Symptome sind unspezifisch und könnten auf eine größere Zahl von Erkrankungen zutreffen, was die Diagnose erschwert. Zu nennen sind: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Schwäche, Lethargie, Durchfall, Gewichtsverlust, Polyurie-Polydipsie, Schüttelfrost, Zit-tern, Leibschmerzen, Dehydratation, Bradykardie.

Diagnose: Elektrolytmessungen (Na/K - Quotient), ACTH-Stimulationstest

Zum Zeitpunkt einer akuten Erkrankung ist eine Prognose eher ungünstig, sie ist jedoch ausgezeichnet, sobald das Tier die Krise überstanden hat. Die

Therapie: Initial hohe Dosen von Glukokortikoiden, Schockinfusion, DTI, als Dauertherapie Mineralokortikoide und Glukokortikoide


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